Malteser weltweit

 

Der Auftrag Kranken und Notleidenden beizustehen


Der historische Auftrag des Malteserordens, den Kranken, Notleidenden und Bedrängten Hilfe und Beistand zu leisten, wirkt heute in über 120 Ländern der Erde fort. Vielfältig sind die Ordensaktivitäten: Beistand im medizinischen und sozialen Bereich, Hilfe für die Opfer von bewaffneten Konflikten oder Naturkatastrophen, Katastrophenhilfe, Alten- und Behindertenhilfe, Jugendhilfe, Schulung in Erster Hilfe, Flüchtlings- und Migrantenhilfe ohne Unterschied der Rasse, Herkunft oder Religion. Seit über 900 Jahren betätigt sich der Orden unparteiisch und nimmt sich der Not leidenden Menschen jedweder Glaubensrichtung an, gleich ob muslimischer, orthodoxer, katholischer, protestantischer oder hebräischer Konfession.

 

Diese humanitären Aktivitäten erbringt der Orden durch den Einsatz seiner 12.500 Mitglieder, seiner rund 80.000 besonders ausgebildeten ehrenamtlichen Helfer und seiner 20.000 Angestellten, darunter viele Ärzte und ärztliche Hilfskräfte. Die Ordensgliederungen in der Welt - Großpriorate, nationale Assoziationen, Hilfsdienste und Stiftungen - sind für die Hospitaldienste zuständig, für die Krankenhäuser, die medizinischen Zentren und Ambulanzstationen ebenso wie für die medizinischen, sozialen und humanitären Programme.

 
Krankenhäuser, medizinische Zentren und medizinische Programme

 
In Europa unterhält der Orden zahlreiche Krankenhäuser, vor allem in Deutschland, Frankreich, Belgien, Großbritannien und in Italien. Meistens handelt es sich dabei um Polikliniken. Das Krankenhaus des Ordens in Rom ist auf die Behandlung und Rehabilitation von neurologischen Erkrankungen spezialisiert. Das Krankenhaus in England und einige Häuser in Deutschland sind mit Spezialabteilungen für die Schmerzbehandlung bei Sterbenden ausgestattet. Ähnliche Einrichtungen bestehen auch in Argentinien, Australien, Italien, Südafrika und in den Vereinigten Staaten. Therapie nach dem neuesten Stand der Wissenschaft durch eigens ausgebildetes Pflegepersonal in einem durch die Prinzipien katholischer Ethik geprägten Umfeld, das ist die wesentliche Vorgabe für jede medizinische Aktivität des Ordens.

  

Eine besondere Bedeutung kommt der Geburtshilfeklinik von Bethlehem zu: sie steht unter der koordinierenden Leitung der französischen Assoziation und wird vom gesamten Orden getragen. Sie ist für die Frauen der Region die einzige Möglichkeit, Kinder in einer medizinischen Einrichtung nach europäischen Standard zur Welt zu bringen und ist damit für die Bevölkerung in der Umgebung von Bethlehem unverzichtbar. Seit 1990 kamen dort mehr als 44.000 Kinder zur Welt. Mit den an die 140 Angestellten der Klinik ausgezahlten Gehältern wird der Unterhalt von über 2000 Menschen gesichert.

  

Im Libanon betreibt der Orden 11 medizinische Zentren. Davon wurden drei bei den jüngsten kriegerischen Auseinandersetzungen schwer beschädigt. Nach der Wiedereröffnung versorgen sie jetzt die örtliche Bevölkerung der vier großen religiösen Gruppierungen. Ganze Regionen sind auf diese medizinischen Strukturen angewiesen, die jährlich bis zu 250.000 ärztliche Leistungen erbringen, neben Arztbesuchen in den umliegenden Dörfern.

  

Neben den Krankenhäusern und medizinischen Zentren in Frankreich betreibt die französische Assoziation Krankenhäuser in Benin, Burkina Faso, Kamerun, Madagaskar und Togo. Im Senegal und in Kambodscha betreibt der Orden Krankenhäuser, die auf die Behandlung von Leprakrankheiten spezialisiert sind. Die Leprahilfe zählt seit langem zu den wichtigsten Aufgaben des Ordens in der Dritten Welt. Über seine Organisation CIOMAL (Comité International de l´Ordre de Malte - Internationales Komitee des Malteserordens) mit Sitz in Genf, hat der Orden das nationale Programm zur Bekämpfung der Lepra in Kambodscha ins Leben gerufen und beteiligt sich an der Leprahilfe in vielen anderen Ländern, vor allem in Brasilien. Der Orden betreibt medizinische Zentren in vielen Teilen der Welt. In Italien bestehen mehrere Zentren, die auf die Behandlung von Diabeteserkrankungen spezialisiert sind. In Prag, in der Tschechischen Republik, hat der Orden ein medizinisches Zentrum, das auf die Behandlung von Diabetes bei Kindern spezialisiert ist. Die im Libanon und in El Salvador während der Bürgerkriege eingerichteten medizinischen Zentren sind inzwischen wichtiger Bestand der jeweiligen nationalen Gesundheitssysteme.

  

Die drei Assoziationen der Vereinigten Staaten unterstützen ein Krankenhaus im Norden von Haiti, eines der ärmsten Länder der westlichen Hemisphäre. Mit 64 Betten, einer Kinderabteilung, einer Entbindungsstation, einer Ambulanzstation und mit einem modernen Labor ist es das einzige Krankenhaus in der Region. Die dominikanische Assoziation unterhält besondere Einrichtung für die medizinische Betreuung von Müttern und Kindern. Weitere medizinische Einrichtungen bestehen in Polen, Ungarn, in den Vereinigten Staaten, in der Dominikanischen Republik, in Brasilien, in Peru und in Südafrika. In verschiedenen Entwicklungsländern unterstützt oder leitet der Orden nationale Krankenhauseinrichtungen. Einen wesentlichen Beitrag zur medizinischen Versorgung leistet die französische Assoziation durch die Beschaffung, Kontrolle und Registrierung von medizinischen Material und deren Weiterleitung in die Krisenregionen, ein Dienst, der auch von der Weltgesundheitsorganisation anerkannt wird. Durchschnittlich werden so jährlich 100 Tonnen an Medikamenten und Nahrungsmittel und 130 Tonnen an medizinischen Ausrüstungsgegenständen in afrikanische Länder versandt.

  

In Afrika und in Mittelamerika laufen Programme zur Bekämpfung von AIDS. In Südafrika und in Mexiko nimmt man sich in eigenen Einrichtungen der HIV-positiven Mütter und deren Kindern an.
Alteneinrichtungen     
     
     

Die Altenhilfe gewinnt zunehmend an Bedeutung. Der Orden führt zahlreiche Altenheime in Großbritannien, Deutschland, Spanien, Österreich, in den Vereinigten Staaten, Chile und Mexiko. In verschiedenen Ländern fördert der Orden die Lebenshilfe für alte Menschen, etwa durch Essen auf Rädern, Fahrdienste und Notrufsysteme.
Behinderteneinrichtungen     
     
   

In Frankreich unterhält der Orden neun spezialisierte Einrichtungen für Schwerstbehinderte. Weitere Einrichtungen dieser Art bestehen in Ungarn, Polen, im Libanon, in Ecuador und in den Vereinigten Staaten. In Irland bietet der Orden ein breit gefächertes Programm von Hilfsleistungen für physisch und geistig behinderte Menschen an, darunter gezielte Rehabilitationskurse, Computerkurse und Erholungsaufenthalte mit entsprechend angepassten Aktivitäten. Die Assoziationen des Ordens kümmern sich in vielfältiger Weise um behinderte Menschen. So werden jährlich Wallfahrten nach Lourdes und an andere Heilige Stätten organisiert. Seit nunmehr 24 Jahren wird in Europa jedes Jahr ein internationales Sommerlager veranstaltet. Auf nationaler Ebene finden Ferienlager in Österreich, Ungarn, Rumänien, in der Schweiz und im Libanon statt.

 

 

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